Page 110 - Das marktfrische AIDA Kochbuch
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MARKT
Typisch Cochin
Cochin oder Kochi, wie sie sich auch nennt, ist eine Stadt mit zwei Gesichtern. Die alten Viertel Fort Cochin und Mattancherry verteilen sich auf mehrere Inseln und Halbinseln. Ernakulam, der moderne Teil der Stadt, erstreckt sich als Zentrum eines großen Ballungsraumes auf dem Festland gegenüber. Dazwi- schen liegt der große Naturhafen Cochins, seit jeher ein wichtiger Umschlagplatz für Waren und Gewürze.
Es waren die Portugiesen, die 1503 Fort Cochin als erste europäische Siedlung auf dem indischen Sub- kontinent gründeten. Später kamen dann die Hollän- der und Engländer. Auf einem Spaziergang durch die ruhigen Straßen des Viertels begegnen einem noch viele Gebäude aus der Kolonialzeit, stattliche Kauf- mannshäuser und eine Vielzahl kleiner Geschäfte für Gewürze und Souvenirs.
Frischen Fisch gibt es unweit des Vasco-da-Gama- Platzes. In langer Reihe schweben dort die gespann- ten Chinesischen Fischernetze über dem Wasser, werden ins Meer abgesenkt und bald darauf mit- samt dem Fang wieder hochgezogen. Der Ver- kauf der Fische erfolgt direkt vor Ort. Gewürzt und
gegrillt werden sie im Auftrag des Kunden von benachbarten Imbissbuden – frischer geht‘s nicht. In der alten jüdischen Gemeinde von Mattancherry lohnt ein Spaziergang durch das Marktviertel, wo Gewürzhändler ihre Geschäfte abwickeln. In pastell- farbenen Lagerhallen warten getrocknete Chilischo- ten, Pfeffer, Kardamom, Vanille und andere Würzzu- taten auf den Abtransport. Nicht umsonst ist Cochin seit jeher das Zentrum des indischen Gewürzhandels. Alles, was man zum Leben sonst noch braucht, wird auf dem Festland feilgeboten.
Hinüber nach Ernakulam gelangt man über eine Brücke oder mit dem Fährboot. Im Viertel um die Market Road wartet ein beeindruckendes Angebot. Hierher kommt alles, was das tropische Hinterland zu bieten hat: grüne Bananenstauden so weit das Auge reicht, Paprikaschoten, Auberginen, Okras, Blumen- kohl, Schlangen- und Bittergurken liegen dicht an dicht
Gemüse und Hülsenfrüchte
Die Chinesischen Fischernetze an der Spitze des alten Stadtteils Fort Cochin sind das Wahrzeichen der Stadt.


































































































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