Page 126 - Das marktfrische AIDA Kochbuch
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MARkt
typisch Palermo
Auf der Nordseite der Insel – eingerahmt vom Monte Pellegrino auf der einen und dem Monte Ca- talfano auf der anderen Seite – erstreckt sich Paler- mo entlang einer Bucht am Tyrrhenischen Meer. Von den Phöniziern im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet, wurde die Stadt mit ihrem wichtigen Hafen und dem fruchtbaren, ebenen Hinterland der Conca d‘Oro un- ter arabischer Herrschaft im 9. Jahrhundert n. Chr. zur Hauptstadt Siziliens und ist dies bis heute.
Die Araber waren es auch, die neben neuen Bewässerungstechniken viele der gefragten kulinari- schen Spezialitäten Siziliens mit auf die Insel brachten: Orangen und Zitronen etwa, aber auch Melonen,
Pistazien und das Eis (sagen die Sizilianer). Palermo er- lebte einen Aufschwung, war aber gleichzeitig auch Objekt der Begierde. Großartige Paläste und Kirchen, wie der Palazzo dei Normanni mit der beeindrucken- den Cappella Palatina und ihren goldenen Mosaiken, zeugen von einer bewegten Vergangenheit.
Ganz anders Palermos Altstadt: Hier erwartet den Besucher ein Labyrinth aus Gassen, bröckelnden Fas- saden und verfallenden Mauern. Und doch schlägt hier das merkantile Herz der Metropole.
In den engen Straßen, unter schattenspendenden Markisen, gibt es die wunderbaren Märkte Palermos zu entdecken, auf denen es in den frühen Morgen- stunden stets laut und lebhaft zugeht. Wer den größ- ten und berühmtesten Markt der Stadt besuchen will,
hält sich am besten an die Via Vittorio Emanuele, die sich schnurgerade durch die Altstadt bis zum Hafen zieht. Im Viertel La Loggia befindet sich der quirlig bunte Lebensmittelmarkt La Vucciria mit seinem im- mensen Angebot an allem, was die Insel an Essba- rem zu bieten hat. Kistenweise Orangen, Zitronen, Pfirsiche, Melonen und Trauben. Dann gibt es wilden Fenchel, grünen Blumenkohl, Blattsalate, Kräuter, Schinken und Fleisch. Weiter in Richtung Hafen liegen Fisch und Meeresfrüchte auf Eis: Die Auswahl ist groß, Kraken, Kalmare, Garnelen, Sardellen und Thunfisch, der ganze Fang des Tages ist im Angebot.
Nur ein paar Meter weiter warten Schüsseln mit grünen und schwarzen Oliven in allen Variationen, gefüllt mit Mandeln, Anchovis oder Paprika, zitronig- frisch oder knoblauchwürzig mariniert. Grün geht es weiter mit in Meersalz eingelegten Kapern. Sie stam- men von Salina, einer der Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens. Die kleinen grünen Knospen des Kapernstrauchs müssen von Hand geerntet werden, bevor sie sich öffnen. Zeigt sich die schöne filigrane Blüte, ist es schon zu spät. Dann heißt es warten, bis sich daraus die länglich ovalen Früchte bilden. Kapern-
Sinfonie in Grün
Laut und lebhaft
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